Geschichten

Tuba 'light'

Einsatz unter Null

 

Es war einmal beim Friedhofsblasen, da waren die Temperaturen unter den Gefrierpunkt gesunken. Kein Problem, man kann sich ja warm genug anziehen. Aber die Instrumente nicht… Und so fiel denn beim blasen ein Ventil nach dem anderen der akuten Vereisung zum Opfer, und das Spiel des Chores wurde immer dünner („Restchor“). Nur die Posaunenbläser freuten sich: „Man gut, das wir nicht soviel Technik haben!“ Aber nach und nach wurde auch das Ziehen schwerer. Da ward Kreativität gefragt, und man sah machen Korn im Instrument verschwinden – half es doch, die Kälte zu überwinden. Und war die Korrende dann zu Ende, sah man alle laufen behände (mehr oder weniger!),um zu ergattern ein warmes Plätzchen an der Heizung. Doch trotz allem war es schön; hatte man doch wieder was zu reden und einige Erfahrung weiterzugeben.

 

Auf die Stütze, fertig, los…

 

…ist das Motto, wenn der „Bi-Ba-“ Buzmann, unser Landesposaunenwart, kommt, um unseren Stil zu feilen. Früher war es eine Greul und Folter, aber bisweilen kommen wir gut zurecht. Das „Spiegel“-Spiel und „auf die Stühle legen“ (zwecks Stütze) hat nun ein Ende und alle freuen sich über die Wende. Denn heute macht es Spaß und man kommt gut voran. Ist ein Stück noch nicht perfekt, wird geübt und geübt – das ist ja der Zweck. Es wird gefeilt und gefeilt und wenn man sich beeilt, fängt die Pause pünktlich an. Inzwischen ist er gern gesehen, der „Bi-Ba-“Buzmann und an dieser Stelle wollen wir ihm für seine Arbeit danken – erweitert er doch stets unsere Schranken!

(Anmerkung der Redaktion: Herr Buzmann ist inzwischen leider verstorben, doch wir erinnern uns gerne an ihn!)

 

Wer hat Angst vor’m schwarzen… Instrument?

 

Früher, als die Instrumente noch nicht lackiert waren, trafen wir uns einmal im Monat zum lustigen „Putzlappen-schwing“-Abend. Da wurden dann die Instrumente auf den Tischen verteilt und los ging’s. Mit Lappen und Wenol wurde um die Wette gescheuert und hinterher hat jeder beteuert, dass seins am schönsten blinke. Genauso ging’s, und nicht nur mit den grünen – Mappen, musste man sich nach jedem Regen berappen und die Seiten mit dem Lappen trocken legen. Diese Abende waren aber nicht nur zum putzen da, sondern auch zum ölen und schmieren. Und reparieren von Beulen, Ventilen und dem „Mundstück-feststeck-Syndrom“, das mit der Zange behoben wurde. Das zeigt also, dass man zum spielen von älteren Instrumenten mit Lappen, Wenol, Öl, Zange, Hammer und evtl. Säge (zum lösen von hartnäckigsten Zügen) ausgerüstet sein sollte, um auch stärksten Schmutz und Beulen entgegen zu wirken. Denn: selbst ist der Bläser! :-)

 

Bläserpech…

 

…gab es in all den Jahren – warum sollte das Schicksal daran auch sparen.Hie und da – wie soll es anders sein – fällt schon mal ein Ständer um oder bei Korrende blättert der Wind behände in den Seiten herum.Und sitzt die Posaune recht locker, verabschiedet sich der Zug und obendrein der Trichter, bis du selber fällst vom Hocker.Hier verbiegt ein Ständer, dort sitzt der Stimmzug fest, man besprüht den Nachbarn, statt den Zug, doch die Stimmung ist allzeit gut.Pech hat, wer den Ton nicht trifft: entschuldigt sind nur Anfänger und Bläser mit dem kurzfristigen „Doppelblick-Syndrom“. Prost!Gefährlich wird es, wenn der Chorleiter voller Elan seinen Taktstock verliert oder das Ventil am Instrument festfriert. Vorsicht sei auch geboten bei klapprigen Posaunenständern, will man sein „bestes Stück“ nicht verbeult auf dem Boden wieder finden…Man gebe es nie stürmischen Fotographen in die Hand, die es dann hängen an die Wand, um Bilder zu machen: irgendwann hört man es dann krachen… Ja, ja, wer das Blechle nicht ehrt, ist das Instrument nicht wert.Man achte auch darauf, wenn man seinen Wagen abstellt, dass man nicht neben einem Graben hält. Denn sonst kann es passieren, dass man den Halt verliert und sich wieder findet auf allen Vieren und neue Farben für die Hose kreiert.Bei den Noten ist darauf zu achten, dass die Schlüsselzeichen auf der linken Seite stehen, sowie man ab und zu hinhören sollte, welches Stück dran ist: es ist alles schon vorgekommen…Doch all die kleinen Tücken sollte man sehen als hilfreiche Brücken; die fördern den Zusammenhalt.Prosit der Gemütlichkeit – auf das wir werden steinalt! :-)

 

Wir bringen Ständchen…

 

…das ist doch klar! Durch unsere Musik werden wir überall gewahr. Wir spielen, wann und wo sie wollen, uns stört’s auch nicht, wenn Kinder um uns tollen. Und ist das Wetter noch so schlecht, wir machten es noch jedem Gaste recht.Spielen Klassik, Choräle und mach’ frohe Weis’, der Applaus bestätigt: wir sind auf dem richtigen Gleis.Stets angepasst der Situation und manchmal –eine eigene Kreation.Sieht es am Anfang auch sehr chaotisch aus,so stellt sich dennoch schnell heraus, dass wir sind eine gute Truppe, die hintendrein meist noch bekommt eine warme Suppe.

Wir wollen den Menschen viel Freude bringen,drum lasst uns auch weiter die Instrumente schwingen!Für ein Lob und nicht für Geld:Wir sind die „Chaotentruppe“, die zusammenhält!

 

Wandere Note, wandere…

 

…von einem Ort zum anderen.So könnte man es sagen, wenn man bedenkt die viele Male,die wir schon bliesen auf Bergen und im Tale.Ob nun Konzerte oder Posaunenfeste,wir hatten immer viele Gäste.Die Stimmung war heiter, und ich hoffe,so geht es ewig weiter.Den Zusammenhalt der viele Bläser schweißen,und manche Feste schmeißen.Zur Organisation und Öffentlichkeitsarbeit gehört Mut.„Auf in den Kampf!“ „Also gut.“Auf all die schönen Erinnerungen, dass sie auch den nächsten Generationen noch viel Freude bringen!

 

Himmelfahrts-Fußball

 

Bei uns ist es üblich, Jahr für Jahr, Himmelfahrt mit einem Fußballspiel im Pfarrgarten zu feiern.Dort treffen sich alle, mit Kind und Kegel und lustig wird’s in jedem Falle.Helmut bringt die Kohle ran und Norbi schmeißt damit den „Ofen“ an.Die Würstchen garen auf den Rosten: möchtest du nicht eine kosten? Die Salate stehen im Jurte-Zelt: greif nur zu, es kost’ kein Geld. Denn jeder hat was mitgebracht. Es werden drei Mannschaften gebildet und auf geht’s mit dem lustigen Turnier. Da wird kräftig gebolzt und manch einer mault: „Der Claus hat schon wieder gefault!“ Doch die anderen sind nicht viel besser! Jan zieht Ike am Kragen – wollen wir ein Handspiel wagen? Deckung, Angriff, Tor – da tut sich der Schiri hervor und pfeift. „Halbzeit!“ Der Tag ist heiß und allen läuft der Schweiß. Bernie ruft: „Wo ist das Bier? Wozu sind wir schließlich hier?“ Frank und Claus holen das Fass mit dem heiß begehrten kühlen Nass aus dem Saal heraus und Fritz sticht es an. Worauf alle stürmen heran, um sich abzukühlen. Es gibt auch Kaffee und Kuchen, doch schlag dir nicht zu voll den Bauch, denn gleich geht’s weiter auf dem Feld.Auf zum Endspurt – ran an den Ball!Michael bringt den Bernie zu Fall. Und der Kopfball von Susanne – landet in der Tanne. Karsten rennt hinterher, doch plötzlich klebt er am Stamm mit der Nase – au, das ist mehr als eine Blase! Doch hilft ein großes Pflaster und der gute Wille. Mit Schwund ist stets zu rechnen bei diesen Fußballfesten. Doch wär’ dies nicht der Fall, wär’s auch kein „Posaunenchor-Fußball“. :-)

 

Und heute…

 

…besteht der Posaunenchor aus einer bunt gemischten Gruppe,die stets sind eine lustige Truppe. Ca. 30 „Mann“ gehören dazu und derAltersschnitt liegt bei ungefähr 20 Jahren. Hoffentlich können wir uns diese Jugendlichkeit immer bewahren.An dieser Stelle gehört ein besonderer Dank unserem Leiter Fritz Arnke, der den Chor seit nunmehr 35 Jahren führte durch Höhen und Tiefen. Die Organisation war stets perfekt, auch wenn es hie und da mal gab ein Leck.Das Motto hieß: „Zusammenhalten!“ und hier ein paar Prinzipien, die auch schon damals galten: Spaß an der Musik und den Menschen Freude bringen. Spiel zum Lob Gottes.Und nun einige einfache Worte zum Schluss – Zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft:„Dank’ gilt die lieber Fritz, dass du stets bei uns bist!“

(Anmerkung der Redaktion: unser lieber Fritz Arnke verstarb Anfang 2002. Er wird uns sowohl immer fehlen, als auch immer bei uns sein und ein Auge auf uns haben! Danke! :-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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